Donnerstag, 30. Mai 2019

Lavendel vermehren und Frankreich-Schwärmereien


"Lass uns mal was zu Lavendel machen", sagte meine Chefin vor einem Jahr. 
"Gute Idee", antwortete ich, "ich liebe Lavendel!" Der mediterrane Halbstrauch bietet gleich einiges, was ich ganz wunderbar finde. So wie die meisten vermutlich, surprise, surprise, liebe ich natürlich den Lavendelduft! Lila gehört zu meinen Lieblingsfarben und nicht zuletzt liebe ich das Land, in dem der Lavendel berühmt geworden ist. Seltsamerweise kenne ich aber die Region, die er maßgeblich geprägt hat, gar nicht. Ich war ich nur noch nie in der Provence mit den kilometerweiten Lavendelfeldern!! Ist denn das zu fassen?  Ich rechne nach. Unzählige Male habe ich Frankreich bereist: 9 Monate Paris zum Praktikum im Institut d'agronomie und an der Sorbonne, 2 Wochen Montpellier als Schülerin bei einer Familie, 2 Wochen Feriencamp nahe Monaco, 2 Wochen Rundreise Monaco und Nizza, 2 Wochen Grimaud mit Mann und Kindern, Jahr für Jahr in den Französischen Alpen zum Skifahren in meiner Kindheit, ein paar Tage Ile de Ré, 2 Wochen Biarritz mit Blick aufs Meer und die Surfer im Atlantik. Oh ha, das war mir gar nicht bewußt, wenn ich es mal konkret aufzähle, dass ich somit schon über ein Jahr in Frankreich verbracht habe. Irgendwie schön, sich das vor Augen zu führen. Aber verdammt, noch nie habe ich als Pflanzenliebhaberin die Lavendelfelder gesehen. Und dieses Jahr wird es wohl auch nichts werden. Bis spästestens Ende Juli muss man aber dort gewesen sein, sonst ist alles abrasiert. Abgemäht werden die duftenden Blütentriebe für die Parfum-Hersteller und die Kosmetikindustrie. Ich frage mich, woher diese Sehnsuchtsorte kommen. Aus Bildern, Träumen, Fantasien? Aber Fotos sieht man hunderte täglich. Und dennoch gibt es bestimmte Orte, Städte oder Landschaften, die man noch nie besucht hat und eine besondere Anziehungskraft ausüben, geradezu nach einem rufen. Der erste Klischeeausdruck, der mir dazu einfällt ist magisch. Ja, stimmt irgendwie. Na, wollen wir mal schauen, wann ich es in die Provence schaffe und ob es mir dann wirklich so gut gefallen wird, wie vermutet.

Bis es soweit ist, habe ich immerhin dank meines Artikels, den ich letztes Jahr über den Lavendel geschrieben habe (Link unten) und aufgrund einer großen Pflanzenrettungsaktion, bald die Provence zu Hause! Bei der Ausarbeitung meines Lavendelbeitrags 2018 wollte ich unbedingt eine Passage zur Lavendelvermehrung einbringen. Denn wenn man schon solch eine schöne Pflanze im Garten hat, möchten die Leser vielleicht auch wissen, wie man mehr davon bekommt? Es gibt Möglichkeiten. Kaufen natürlich und vermehren. Es gibt zwei Möglichkeiten der Lavendelvermehrung. Stecklingschneiden und aussäen. Bilder zur Lavendelvermehrung mussten also her für die Anreicherung meines Textes. Es gab aber keine. So musste ich handeln. Nur zu gern!

Zu Hause schnappte ich mir sofort einen Topf, Gartenerde und unseren Lavendel, den klassischen Echten Lavendel (Lavandula angustifolia). Dann versuchte ich einfach mein Glück, knipste einen weichen Lavendeltrieb ohne Blüten ab, eine Schere ist gar nicht nötig. Gerissene Stecklinge wachsen genauso gut an. Dann streifte ich die unteren Blätter ab (dort bilden sich die neuen Wurzeln) und steckte den kleinen Zweig einfach in die angefeuchtete Erde. Nun hieß es einfach Abwarten. Nicht unbedingt mein Spezialgebiet, aber nach einigen Wochen fing der kleine Lavendelsproß tatsächlich an zu wachsen. Toll, wie einfach das geht. 
Lavendel-Steckling

Heute, ein Jahr später, treibt mein Lavendelsteckling das erste Mal Knopsen aus. Und wie er gewachsen ist! Große Freude! Auch die Überwinterung war gar kein Problem. Ich hatte einfach Noppenfolie um den Topf gewickelt und ihn auf einen Tisch an die Hauswand gestellt.
Ein ein Jahre alter Lavendel-Steckling mit ersten Blüten. Im Hintergrund ist meine diesjährige Pflanzenanzucht zu sehen, viele Stauden aus Samen, Erdbeerableger und natürlich auch Lavendel-Stecklinge.

Die zweite Variante ist übrigens die Aussaat. Die ist genauso einfach. Warten Sie bis zur Reife der Samen und werfen Sie sie im nächsten Frühjahr ins Beet. Es wird keimen. Bis das Pflänzchen dann aber mal blüht, wird es dauern, mindestens zwei bis drei Jahre. Meine Sämlinge von der diesjährigen Aussaat sind aktuell vier Zentimeter groß.

Hier noch der Link zu meinem Lavendelartikel. Wegen der Verlinkung handelt es sich um Werbung:
https://www.schoener-wohnen.de/einrichten/garten-terrasse/41154-bstr-praechtiger-lavendel-nuetzliche-infos-rund-um-die-duftpflanze 

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